George Stevens

George Stevens prägte als Regisseur drei Jahrzehnte lang Hollywood. Er wurde am 18. Dezember 1904 in Oakland, Kalifornien geboren. In gewisser Weise lag ihm das Filmwesen im Blute, denn seine Eltern waren Theaterschauspieler. Nach einigen Ausflügen in die Schauspielerei wechselte er jedoch recht bald hinter die Kamera. Mit 17 Jahren war er noch Kameraassistent, mit 26 bereits Regisseur. 1936 durfte er sich bereits RKOs (Radio-Keith-Orpheum) wertvollster Stars annehmen: dem tanzenden Traumpaar der 30er Jahre Fred Astaire und Ginger Rogers. Sie spielten in seinem sehr erfolgreichen Filmmusical “Swing Time”, welches zu den bekanntesten werden sollte.

Der Erfolg riss nicht ab

Stevens produzierte nicht nur mit ihnen Kassenknüller nahezu am Fließband. George Stevens, Regisseur und Produzent in Personalunion, arbeitete mit ungeheurer Sorgfalt. Er war ein Perfektionist, der seine Schauspieler oft bis zur Erschöpfung endlos die Filmszenen wiederholen ließ. Auch nach Abschluss der Dreharbeiten war Stevens meist noch mehrere Monate im Schneideraum mit der Montage beschäftigt.

George Stevens prägte als Regisseur drei Jahrzehnte lang Hollywood.

George Stevens prägte als Regisseur drei Jahrzehnte lang Hollywood.

In den 1950er Jahren war er das Aushängeschild für anspruchsvolles Hollywoodkino. Unter ihm spielten die Stars und Sternchen Hollywoods. Allen voran Cary Grant. Ihn verewigte er mehrmals auf Zelluloid. Einmal mit Joan Fontaine (“Aufstand in Sidi Hakim”, 1939), mit Jean Arthur (“Zeuge der Anklage”, 1942) und einmal 1941 mit Irene Dunne in “Akkorde der Liebe”. 1942 spielte auch Katharine Hepburn erneut unter George Stevens Regie. Diesmal in der Screwball-Komödie “Die Frau, von der man spricht”. Ihr Co-Partner war das erste Mal Spencer Tracy, Seit dem Filmdreh waren sie auch privat ein Paar. George Stevens drehte mit James Stewart, Douglas Fairbanks jr., Jack Palance, Estelle Winwood, George Burns usw.

Auch Elizabeth Taylor zählte zu seiner bevorzugten Schauspielerriege. 1952 war das sozialkritische Melodram “Ein Platz an der Sonne” mit ihr und Montgomery Clift als ungleiches Liebespaar neunmal für den Oscar nominiert und gewann ihn sechsmal. Nur fünf Jahre später erhielt er erneut einen Oscar für die Literaturverfilmung “Giganten“. Die Kritiker jubelten trotz der Laufzeit von 196 Minuten. Rock Hudson und Elizabeth Taylor glänzten hier als ungleiches texanisches Ehepaar. Er spielte Bick Benedict, den sturen und nicht gerade schöngeistigen Besitzer einer Rinderranch, der sich kurzerhand die arme Südstaatenschönheit Leslie Lynnton als Braut nimmt. Ein Familienepos voller Tragik, getragen von Stevens’ großartiger Regiearbeit, herausragenden Schauspielern mit ebensolchem Können. James Dean spielte in dem Meisterwerk seine letzte Rolle als Cowboy Jett Rinck. Er erlebte die Filmpremiere nicht mehr.

Abstieg in der Traumfabrik

George Stevens drehte 1959 noch recht erfolgreich “Das Tagebuch der Anne Frank”. Mit den zwei nächsten Filmen konnte er jedoch nicht an seinen vorherigen Erfolg anknüpfen. Für “Die größte Geschichte aller Zeiten”, in welchem das Leben Jesu nacherzählt wird, gab es zwar noch Oscarnominierungen, aber keinen Preis. Namhafte Schauspieler wie Max von Sydow als Hauptdarsteller oder u.a. Charlton Heston, Angela Lansbury, Sidney Poitier und José Ferrer spielen jedoch aussichtslos gegen das langweilige Bibelfilm-Klischee an. George Stevens letzte Regiearbeit, “Das einzige Spiel in der Stadt” von 1970, spielte gerade einmal etwas mehr als die Gage seiner Charakterdarstellerin Elizabeth Taylor ein und war somit ein großes Verlustgeschäft. Der einstige Vorzeigeregisseur Hollywoods starb 1975 70-jährig fast vergessen im kalifornischen Lancaster.

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